Internationale Denkmalschützer: Alarm um Steinhof!

Bevor die UNESCO etwas zum Weltkulturerbe erklärt, erhält die weltweite Denkmalschutz-Agentur den Auftrag, die Bedeutung des Kulturobjekts zu überprüfen. Dieser internationale Denkmalschutzverband nennt sich ICOMOS und wenn er das Objekt für würdig befindet, kommt es einen der begehrten Plätze auf der Liste des Weltkulturerbes. In der Folge muss ICOMOS auch überprüfen, ob sich der betreffende Staat ausreichend um das Kulturgut kümmert, es erhält und pflegt. Wenn dem nicht so ist, schlägt ICOMOS nach mehrmaligen Ermahnungen Alarm und wenn selbst das nichts fruchtet, entzieht die UNESCO den Status wieder. In jedem Fall eine Blamage für die betroffene Nation.

Es geht hier natürlich um das Otto Wagner-Spital auf Steinhof! Aus Geldgier blockiert die grüne(!) Stadträtin alle Versuche das Areal zu schützen und zum Weltkulturerbe erklären zu lassen. Sie will es nämlich scheibchenweise verkaufen und die teuersten Wohnungen darauf bauen lassen. Nun (eigentlich schon vor einem Jahr, aber nun wurde es wiederholt) ist etwas einzigartiges passiert: Auf Drängen der Bürgerinitiative Steinhof erhalten  hat ICOMOS einen Weltkultur-Alarm ausgelöst – für ein Objekt, das noch gar nicht zum Weltkulturerbe erklärt wurde!

Seit ich dem Vorsitzenden von ICOMOS Österreich, Prof. Wilfried Lipp, im Jahr 2012 in einem ausführlichen Brief (Link) auf das Steinhof-Problem aufmerksam gemacht habe, sind die Denkmalschützer nämlich übereinstimmend zu der Überzeugung gekommen, dass es sich bei dem Steinhof-Areal eindeutig um ein schützenswertes Kulturjuwel handelt!

Eine Tatsache, die sich auch nicht dadurch ändert, dass die grüne(!) Stadträtin Vassilakou sich weigert, dies anzuerkennen.

Anlässlich der jüngsten Baumfällungen und des Ausbleibens des versprochenen Nachnutzungskonzeptes hat Prof. Lipp gemeinsam mit der Generalsekretärin von ICOMOS International, Kirsti Kovanen einen sehr deutlichen Brief an Vassilakou geschrieben. Sie können ihn hier nachlesen (Link). Sie schreiben:

[…] Es ist höchst bedauerlich, dass der [von den Fällungen betroffene, Anm.] Bereich des “Wirtschaftsgebietes” weder vom österreichischen Denkmalschutz noch von der Wiener Bauordnung geschützt wird. Nach Meinung von ICOMOS ist es die Pflicht der Stadt Wien und der Republik Österreich zu garantieren, dass alle notwendigen gesetzlichen Möglichkeiten geschaffen werden, um das gesamte Areal zu schützen.[…]

ICOMOS wiederholt deshalb dringendst seinen früheren Appel, dass “alle Planungen für Bauarbeiten gestoppt werden müssen, bis das Nachnutzungskonzept vorgelegt und die anschließende Diskussion darüber abgeschlossen wurde” und verlangt, dass unverzüglich danach gehandelt werden soll.

Eine für diplomatische Verhältnisse sehr unverblümte Ansage, der nichts hinzuzufügen ist!

 

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