Otto-Wagner-Areal als Kulturerbe erhalten

Mahnmal für die Opfer der Fürsorgeanstalt vom Spiegelgrund

Mahnmal für die Opfer der Fürsorgeanstalt vom Spiegelgrund

Ein Inserat der Stadt Wien mit dem Sujet „Erinnern für die Zukunft“, das am Wochenende in einer Tageszeitung geschalten wurde, soll auf die Erinnerungskultur der Stadt Wien aufmerksam machen. Unter anderem ist dabei auch das Mahnmal für die Opfer der Fürsorgeanstalt vom Spiegelgrund vor dem Jugendstiltheater abgebildet. Nun ist aber gerade der Charakter als Mahnmal und das Otto Wagner Areal auf den Steinhof-Gründen nicht vor der Zerstörung als Kulturerbe durch dort geplante Neubauten der Stadt Wien geschützt.

Die ÖVP kämpft auf allen Ebenen für Steinhof:

„Wir müssen die Umwelt und die Kultur vor diesen Auswüchsen der rot-grünen Politik schützen. Einfach Naturjuwele zubetonieren ist leider typisch rot-grüne Verantwortungslosigkeit und Kurzsichtigkeit. Bausünden, die hier begangen werden, können nicht mehr rückgängig gemacht und nicht mehr repariert werden. Wir wehren uns dagegen, dass wichtige Teile der Natur- und Kulturgeschichte Wiens einfach verscherbelt und verschandelt werden“, so ÖVP Wien Landesparteiobmann Stadtrat Gernot Blümel.

Dieses Inserat dient nur als pietätloser Werbekuchen für den strategischen Einsatz von Steuergeld, anstatt die Kulturstätte gegen die Naziverbrechen nachhaltig zu sichern!

„Inhaltsleere Versprechungen werden heutzutage weder vor der Wiener Bevölkerung noch vor den Wahrern des Weltkulturerbes ICOMOS International genügen, um den Ruf als Kulturweltstadt erhalten zu können. Wir müssen auch unserer Verantwortung für die Geschichte gerecht werden“, so meine Kollegin, ÖVP-Wien Gemeinderätin Gudrun Kugler.

Patrick Osterbauer, der für die ÖVP-Penzing den Bezirksratsklub leitet, sagt dazu: „Wie kann eine Stadtregierung so über die Wünsche der Penzinger darüber fahren? Keiner will den Verbau von Steinhof, leider nur Rot-Grün!“

Die Stadt Wien zeige durch diese Handlungsweise erneut ihre Insensibilität vor dem baulichen Kulturerbe und vor dem historischen Charakter dieser Mahnstätte, die ihr zwar als Werbesujet genügt, aber nicht vor ihrer Zerstörung sicher ist. Es stellt sich in diesem Zusammenhang auch insgesamt die Frage, wie ernst die Stadt Wien ihre Erinnerungskultur nimmt. Denn jene Opfer, die in den Kinderheimen der Stadt Wien jahrelang und systematisch gequält, misshandelt und missbraucht wurden, warten seit Jahren auf eine Entschuldigung. „Wenn man sich also schon des Gedenkens rühmen will, dann sollte man auch einen entsprechenden ehrlichen Hintergrund der Verantwortlichen erwarten dürfen. Dazu gehört den mahnenden Charakter für Verstorbene zu bewahren und eine offizielle Entschuldigung bei heute noch lebenden Opfern jüngerer Vergangenheit durchzuführen“, so Kugler.

Ich bin mir mit Gernot Blümel einig: „Seitens der Stadt müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit dieses Areal in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen wird. Denn nur so kann es auch nachhaltig vor Eingriffen geschützt werden. Rot-Grün muss endlich zur Vernunft kommen und sich zu unseren wertvollen Natur- und Kulturgütern bekennen“.

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