Otto Wagner-Spital: Weltkulturerbe für Steinhof

Im vergangenen Herbst habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Gaby Tamandl eine Petition im Nationalrat eingebracht, in der Kulturministerin Schmidt aufgefordert wird, das Otto Wagner-Spital als Weltkulturerbe bei der UNESCO einzureichen. Wie nicht anders zu erwarten, kam auch von ihrer Seite nur der Hinweis, dass dieser Vorgang vom Wiener Bürgermeister einzuleiten sei. Wenigstens kann er nun die Verantwortung dafür nicht mehr von sich weisen. 

Um den Druck in Richtung Stadtregierung weiter zu erhöhen, habe ich mich direkt an den Präsident des Denkmalschutzrates ICOMOS Austria, Prof. Wilfried Lipp, gewandt. ICOMOS überprüft im Auftrag der UNESCO, ob eingereichte Projekte den Status des Weltkulturerbes nach den Kriterien der UNESCO verdienen. Dieses Expertengremium hat schon einmal die Steinhofgründe in ihre Überlegungen aufgenommen und nur wegen der ablehnenden Haltung der damaligen SPÖ Alleinregierung wieder verworfen. In der Zwischenzeit sitzt aber mit den Grünen, eine Partei in der Rathauskoalition, die noch im Jahr 2006 meine Idee des Weltkulturerbes für Steinhof, unterstützt hat. Angesichts der bereits über 40.000 Unterschriften, die die Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ schon gesammelt hat ist auch die Zustimmung der Bevölkerung eindrucksvoll bewiesen, sodass die Zeit reif ist, auch offiziell einen neuen Anlauf zu starten. Der Denkmalschutzrat hat als einziger die Kompetenz, dem politisch motivierten Blockadekurs der Wiener SPÖ fachlich entgegenzutreten, daher kann er jetzt die Chance nützen, das Weltkulturerbeverfahren noch einzuleiten bevor die Bagger das Jugenstiljuwel ruiniert haben. In meiner heutigen Rede vor dem Nationalrat habe ich meiner Hoffnung Ausdruck verliehen: „Wenn sich die Bevölkerung und die Experten gemeinsam und öffentlich dafür aussprechen, dann kann sich auch der Wiener Bürgermeister der Idee irgendwann nicht mehr verwehren.“

Hier können Sie meinen Brief an Prof. Lipp nachlesen

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